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26. Dezember 2009 von

Die Geschichte des Regensburger Studenten Tennessee Eisenberg sollte inzwischen allgemein bekannt sein. Deshalb hier vorweg nur mal kurz zusammengefasst: Er bedroht seinen Mitbewohner mit einem Messer, wieso ist nicht bekannt, aber für den weiteren Verlauf der Geschichte auch irrelevant. Als dann die Polizei hinzukommt werden auch diese von Eisenberg bedroht. Als auch trotz Einsatz von Pfefferspray und Schlagstock der Angreifer sich nicht stoppen lässt, machen 2 Polizisten von ihrer Schusswaffe Gebrauch. Tennessee Eisenberg erliegt seinen Schussverletzungen.

Die Staatsanwaltschaft hat nun bekannt gegeben, dass sie keine Anklage gegen die beiden Polizisten erheben wird, da sie sich in einer Notwehrlage befunden haben.

Dieses Vorgehen der Staatsanwaltschaft steht nun heftig in der Kritik, da es doch erhebliche Zweifel an der offiziellen Darstellung des Ablaufs gibt.
Es beginnt schon mal damit, dass man zwar an Eisenbergs Kleidung Spuren von Pfefferspray fand, nicht jedoch, wie eigentlich zu erwarten, in seinem Gesicht.
Auch die Tatsache, dass 16 Schüsse abgefeuert wurden, von den 12(?!) Eisenberg trafen, lässt einen an der angeblichen Notwehr doch stark zweifeln. Vor allem, wo doch die letzten 4 Schüsse abgegeben wurden, als Eisenberg, laut einem Gutachten, bereits außer Gefecht gesetzt war. Schließlich war er bereits von 8 Kugeln getroffen, unter anderem ein Kniedurchschuß.

Was also hat die Staatsanwaltschaft dazu bewogen, auf die Klageerhebung zu verzichten?
Dass sie die, für die Klageerhebungen zuarbeitende, Polizei für über jeden Zweifel erhaben ansehen?
Dass die Polizei jeden, von dem sie sich bedroht fühlt, erschießen darf?
Dass sie selbst keinerlei Vertrauen in unser Rechtssystem hat, und deshalb bezweifelt, dass die Polizisten, selbst im Falle der Unschuld, freigesprochen werden?

Es ist völlig klar, dass Eisenberg nicht das Recht hatte jemanden mit dem Messer zu bedrohen, und es war auch völlig in Ordnung, dass die Polizei eingeschritten ist. Dass aber Eisenberg aber letztendlich dabei den Tod fand, scheint aufgrund der bekannt gewordenen Umständen nicht in Ordnung zu sein. Das könnte aber nur durch ein Gerichtsverfahren geklärt werden, was aber durch die Staatsanwaltschaft Regensburg verhindert wurde.

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Der Beitrag wurde am Samstag, den 26. Dezember 2009 um 21:06 Uhr veröffentlicht und wurde unter Alles Mögliche abgelegt. du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS 2.0 Feed verfolgen. du kannst einen Kommentar schreiben, oder einen Trackback auf deiner Seite einrichten.

2 Reaktionen zu “Zweifelhaft”

  1. StoiBär

    Nummer 1: Die Munition der Polizei geht einfach durch das Fleisch durch. Sie soll nicht viel Schaden anrichten. Wenn man im TV Szenen sieht, wo die Verbrecher nach einem Schuss umfallen, ist das schlicht Blödsinn. Die Polizisten werden heutzutage auch geschult, das ganze Magazin im Zweifelsfall abzufeuern.

    Nummer 2: Jemand der mit einem Messer halbwegs umgehen kann, ist auf kurze Entfernung wesentlich gefährlicher als ein Polizist mit einer Pistole.

    Nummer 3: Wenn sein Mitbewohner in der Unterhose auf die Straße flüchtete, wird er das nicht getan haben, weil ihm der Eisenberg die Haut eincremen wollte.

    Nummer 4: Eisenberg hat keine Anstalten gemacht, sich zu ergeben und das Ganze spielte sich innerhalb 4-5 Sekunden ab. Ich möchte den Streifenpolizisten sehen, der da anders gehandelt hätte, wenn ein Kamerad bedroht wird. Eisenberg konnte in der Situation nur als Geisteskranker mit Mordabsichten oder als Gewalttäter eingestuft werden.

    Eigentlich sollten die Beamten auf einen Prozess bestehen, sonst bleibt immer der Zweifel an der rechtmäßigkeit Ihres Handelns.

    Wen man aber sicherlich Vorwürfe machen kann, ist die Staatsanwaltschaft, die mal wieder alles komplett verbockt hat und das Innenministerium, das viel zu spät reagiert hat.

  2. Alex

    Das Thema Eisenberg hat mich schon länger beschäftigt, und ich hatte auch schon ein paar Mal einen fast fertigen Artikel, den ich aber dann wieder verworfen hatte. Bei einem solchen Thema ist es eben zu leicht sich in die Nesseln zu setzen.
    Auch wenn mein Artikel vielleicht einen anderen Eindruck erweckt, sehe ich die Polizisten nicht als Mörder an. Deshalb stimme ich deinen Ausführungen auch grundsätzlich zu.
    Es wäre aber eben jetzt an der Staatsanwaltschaft Zweifel aus zu räumen, und nicht den Eindruck zu erwecken es gäbe etwas zu vertuschen.
    In diesem Zusammenhang ist vielleicht auch dieser Kommentar interessant.

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